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Ich glaube, ich bin nicht die einzige leidenschaftliche Tierfreundin unter euch. Am liebsten würde ich mich dauernd mit den verschiedensten pelzigen und befiederten Wesen umgeben, aber da dies weder mein Lebensstil, noch mene Wohnungsumstände erlauben, muß ich mich mit Zoo-Besuchen, Naturfilmen, Gerald Durrell-Büchern und einigen Erinnerungen begnügen, die ich mit alten und längst die Ewigen Jagdfelder betretenen pelzigen Familienmitgliedern gesammelt habe.

Mein erstes Tier war ein graues Meerschwein-Weibchen namens Susi. Leider habe ich nicht mal ein Foto von ihr. Ich war 6 Jahre alt als ich sie bekam und ein Jahr danach war sie schon gestorben, wahrscheinlich weil sie Rattengift gefressen hat. Ich habe nach ihrem Tod lange und verzweifelt getrauert. Sie hatte zwei witzige runde Haarbüsche am Rücken, so daß sie wie ein Punk aussah, auf ziemlich un-meerschweinchenhafte Weise, aber sie war ein sehr freundliches und vielertragendes kleines Wesen. Sie mußte es auch sein, da ich mit 6 Jahren noch andere Vorstellungen von tierlichen Toleranzgrenzen hatte als heute...

Um 1985 is unsere Katze Lukrezia ins Haus von meiner Mutter in Dunaalmas gekommen. Sie war 14 Jahre lang Freundin der Familie. Sie kam und ging, wie sie wünschte. Ihr zahlreicher Nachwuchs gibt auch heute die stolzesten Mitglieder der Katzengesellschaft in der Umgebung.

Den signifikantesten Kontakt zur Tierwelt hatte ich durch unsere Dackel. Unser Hund Jaxy kam 1986 in die Familie. Er hatte ein Pedigree unter dem Namen Adonis von Cseketopart, da er blaublütiger Zuchthund gewesen. Er war ein Charakter, wie es nur Dackel sein können: selbstbewußt, ein Bohemer und verblüffend antropomorphistisch vom Verstand. Er war ein echter Jagdhund, zum Schaden zahlreicher Hühner, Kaninchen und anderer Kleintiere, und zu unserem auch, da wir ständig Schadenersatz zahlen mußten. Seine schauspielerischen Fähigkeiten waren beneidenswert und solange er mit uns wohnte, mangelte es bei uns nie an hoher Stimmung. Als er älter und weiser wurde, hat er schon alles verstanden, worüber wir geredet haben. Er fühlte instinktiv, wann die Rede um ihn ging, auch wenn wir seinen Namen oder das Wort "Hund" nicht ausgesprochen haben. Seine Liebesaffäre, die meistens an metergroße deutsche Schäfer oder Neufundlander gerichtet waren, endeten oft mit einer "geschnittenen" Haut und beleidigtem Dackelgesicht. Wegen seinen kurzen Haaren schlief er auch im Sommer unter einer Decke und natürlch immer auf einem Bett, Couch oder Sessel, meistens steckte er nur seine Nase heraus. Er wurde auch im hohen Alter nicht dick, wie es die meisten Dackeln werden, Dank seiner wählerischen Natur. Seine Lieblingsspeisen waren Wienerschnitzel und Schokolade, alles andere aß er nur wenn er Lust hatte, die Familie oft zum Verzweifeln nahe bringend. Er hatte seine Macken, aber es gab kein besseres Gefühl als sein stürmisches Willkommen, als ich nach Hause kam oder wenn er stundenlang an meinem Krankenbett Wache saß. Ich habe seitdem keinen seinesgleichen Hund gesehen.

jaxy01.jpg (52071 Byte)      jaxy03.jpg (50050 Byte)   jaxy12.jpg (21225 Byte)   Jaxy

Jaxy starb im Alter von 13 Jahren. Sein alter Körper konnte sich vom letzten Hunde-Prügelei nicht mehr erholen. In anderthalb Monaten, mit Weihnachten habe ich dann die Familie mit einem Neukömmling überrascht: er war Topy von Tacsimix, der damals bloß 8 Wochen alter Dackelwelpe.

Topykos1.jpg (26635 Byte)   Topy!!.jpg (269592 Byte)     Topy3.jpg (56802 Byte)   Topy

Topy war eine völlig unterschiedliche Persönlichkeit als Jaxy. Viel anpassungsfähiger, weniger wählerisch, ein "besserer" Hund im klassischen Sinne des Wortes. Er hätte mit den brillianten Streichen von Jaxy nicht wetten können, aber er strebte sich viel mehr danach, etwas uns zuliebe zu tun. Ab und zu hat er auch den Ball zurückgebracht, wozu Jaxy nie willig gewesen wäre. Er wurde berühmt für seine verrückten Stellungen, in denen er meistens zu schlafen pflegte: auf seinem Rücken, mit seinem Kopf nach unten... Er war ein extrem schönes Tier: seine riesigen Ohren, lange Nase und gutgeformter Dackelkörper hätten ihn zum Sieger gemacht an jeder Hundeausstellung. Leider hat er dazu das entsprechende Alter nie erreicht: seine huschelige Welpennatur hat ihn vor ein Auto gebracht als er 5 Monate alt war. Er hat es nicht überlebt.

Topy5ho1.jpg (21698 Byte)  Topy im Alter von 5 Monaten

Als Topy gestorben ist, hat meine Familie entschieden, für eine Weile keinen neuen Hund ins Haus zu bringen. Von Zeit zu Zeit leiden wir seitdem unter heftigem Hundevermissen. Wer je so einen prächtigen vierbeinigen Freund gehabt hat, wie unsere Hunde, weiß ja, das man damit nie aufhören kann. Bei der Geburt meines Sohnes Levente haben wir uns entschlossen, auch ihm einen Dackel zu kaufen, wenn er größer wird. Hoffentlich werden meine Wohnungsumstände bis dahin etwas hundefreundlicher, so daß das Dackelchen mit uns wohnen kann und nicht die Pflege meiner Eltern bedarf. Wenn alles gut geht, werde ich ihn Fredi nennen. Ich kann es kaum erwarten!