Fotos 1     Fotos 2      Fotos 3     Fotos 4          Video1(3Mb)      Video2(7,5Mb)


babausz_06.jpg (39433 Byte)     Babyschwimmen

Was auch immer jemals auf dieser Seite stehen wird, werde ich immer das Gefühl haben, daß ich zu wenig geschrieben habe, denn das Babyschwimmen ist eines der Themen, über die ich am liebsten einen ganzen Roman schreiben würde. Statt dessen sollen hier einige Worte über meine persönlichen Erlebnisse stehen:

Mir hat die Idee schon immer gefallen, daß ein Kind möglichst schon von ganz klein auf mit irgendeiner regelmäßigen Bewegugsform in Berührung kommen und diese lieben lernen sollte. Ich hielt das besonders deshalb für wichtig, weil dies aus meinem eigenen Leben herausgeblieben ist und weil es später schon sehr schwer war, mich dazu zu bringen, daß ich überhaupt das Bedürfnis zur regelmäßigen Bewegung habe. Der andere Grund, warum ich in Richtung Babyschwimmen herumzutasten begann, war, daß meine Ansichten über die natürliche Geburt (siehe die Englischsprachige Seiten, die ich darüber geschrieben habe) mit dem Gedankenkreis übereinstimmten, daß das nasse Element, an das sich das Baby im Mutterleib gewöhnt hat, ihm ein heimliches und befreiendes Erlebnis bieten kann, da es sich noch nicht lange von jenem Umgebung getrennt hat. Das Wasser kann daher auch eine Art von Kontinuität bilden zwischen der Sicherheit des Mutterleibs und dem Leben in der Außenwelt, zugleich das Trauma der Geburt vermindernd und sänftigend. Außerdem bekommt der Säugling, der kaum seine eigenen Glieder halten kann, eine phantastische Gelegenheit durch die Auftreibskraft des Wassers: im Wasser werden gewisse Bewegungen, die am festen Land noch schwer erscheinen, viel leichter. Das und noch viele andere Gründe haben mich dazu gebracht, daß ich kurz nach der Geburt meines Sohnes Levente angefangen habe, nach den für uns erreichbaren Babyschwimm-Möglichkeiten herumzuschnüffeln. Nachdem wir ungefähr 5 verschiedene Institutionen ausprobiert haben, sowohl in Wien als auch in Budapest, ich bin zu den folgenden Schlußolgerungen gekommen:

1. Die meisten Institutionen, die für sich unter dem Begriff "Babyschwimmen" werben, haben überhaupt keine Methode (Man hört nur Klischees und Trivialitäten an dem Kurs, den im Allgemeinbewußtsein verwurzelten Schemen entsprechend, ohne wahren, durchdachten Hintergrund. Über dies wird nur das Schwimmbecken zur Verfügung gestellt.) Schlimmstenfalls geschieht das "Schwimmen" in der Form von "Kinder-Flößen" umgeben von Schwimmflügeln und Schwimmgürteln, so daß das Baby froh sein kann, wenn es überhaupt naß wird...

2. Da ist noch die meiner Meinung nach auf ähnliche Weise destruktive Version, die sich im Allgemeinbewußtsein nur als "russische Methode" verbreitet hat. Dies besteht darin, daß man den Tauchreflex des Babys ausnutzend und schwer mißbrauchend das Kind vom ersten Moment an unters Wasser taucht, es eventuell ins Becken schmeißt, infolge dessen das Baby verzweifelt für sein Leben zu schwimmen beginnt in Richtung Obrfläche und wie schön, es ist tatsächlich fähig dazu. In meinen Augen ist diese "Methode" der Tierdressur ähnlich, sogar etwas weniger human. Leider sind wir auch mal in so eine Schwimmstunde geraten. Levente weinte verzweifelt und es hat nachher Wochen gedauert, bis ich ihn wieder ins Wasser locken konnte. Er hatte echte Todesangst. Auf sein Geschrei hat der Kursleiter nur so reagiert: "das ist natülich, er wird sich schon daran gewöhnen". Nun, wir hatten nicht den Wunsch, uns daran zu gewöhnen.

3. Gott sei Dank sind wir nach einigen nangenehmen Erlebnissen dort angekommen, wohin wir vom Anfang an wollten. Was wir tatsächlich begegnet sind, hat ehrlich gesagt meine schönsten Träume übertroffen. Es tut mir unendlich leid, daß für viele Menschen - Dank mangelnde Kenntnisse - jeder Babyschwimmkurs gleich zu sein scheint. Das ist es nicht. Ich bin erst dann darauf gekommen, als ich mit Levente das erste Mal den Einführungsvortrag von Istvan Kalovits in Budapest gehört und seine herzwärmende Videoaufnahmen gesehen habe. Er hat die hinter dem Babyschwimmen steckenden tieferen Inhalte zuerst in Holland studiert, wo das Babyschwimmen auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Danach ist er nach Ungarn zurückgekehrt und hat seine Meithode weiterentwickelt. Das Ergebnis: eine wundervolle, mit tiefer Geistigkeit durchgewobene, außerordentlich harmonische und auf die Persönlichkeit der Babys basierende, sie in den Mittelpunkt stellende, zugleich auch wissenschaftlich gründlich durchdachte Methode, die meiner Meinung nach auf der genzen Welt alleinstehend ist. Es ist faszinierend, wie viele Energie, Gedanken, Lebenszeit und Lebenskraft dieser Mann dem einen Ziel gewidmet hat, die einzelnen, aufeinander bauenden Teile seiner Methode bis in die kleinsten Details zur Perfektion auszuarbeiten, zu einem System, in dem alles sein "Warum" hat und allem genug Aufmerksamkeit gewidmet wird. Es ist kein Zufall, daß der eigentliche Name seiner Methode "Babyschwimmen - Beglückungsprogramm" ist: wenn wir alle so gut auf unsere Kinder aufpassen würden, wie er das Schwimmen ihnen zugestaltet hat, dann würden es viel weniger "problematische" Kinder aufwachsen auf der Welt. Mit seiner Hilfe wird das Wasser tatsächlich zum belebenden Element, das den neu Angekommenen aus dem vorgeburtlichen Urzustand zum Siegsgefühl vom diesweltlichen, bewußten Beherrschen des Wassers führt.

Nun, wir besuchen mit Levente seit dem Alter von 3 Monaten so einen, nach der "Kalovits-Methode®" gestalteten Babyschwimmkurs. Vom Anfang an zeigen sich auch die "Nebenwirkungen, die ich noch gar nicht erwähnt habe: Levente ist viel offener, schließt leichter Kontakte, als die meisten Babys, er paßt sich problemlos den meisten Gesellschaften an, seine Bewegungsentwicklung ist differenzierter, er entdeckt leichter Zusammenhänge in der Welt, sein Immunsystem ist ungläublich stark (die ganze Familie liegt mit Grippe im Bett, während er noch immer kerngesund ist). Das Schwimmen hat sich aus jedem Gesichtspunkt als Segen erwiesen.

Für unser Enthusiasmus gilt hier auch Agnes Ruzsonyi unser Dank, wer geholfen hat, Istvan's Anweisungen in die Praxis überzubringen und heute ist sie schon der Motor der zur Unterricht der Methode gegründeten Stiftung "Halmay". Leider kenne ich keine einzige Institution auf deutschsprachigem Gebiet, die ähnliche Kurse organisieren würde. Es wäre aber eine Herausforderung an unternehmungslustigen Kandidaten, diese phantastische Methode auch außerhalb von Ungarn verwurzeln zu lassen. Agnes spricht excellent Deutsch, es ließe sich also in diese Richtung sicherlich mit Erfolg verhandeln. Wer mehr über die Methode erfahren möchte, soll die Homepage der Stiftung besuchen (www.babyswimming.hu - derzeit nur in englischer Sprache) den Informationsdienst der Stiftung anrufen (+36-20-923-24-28). Außerdem empfehle ich allen, die Ungarisch lesen können, das Buch von Istvan Kalovits mit dem Titel "Die wichtigste Güte", das den Leser viel besser als ich in den philosophischen Hintergrund und praktischen Einzelheiten des Babyschwimmens einführen kann. Das Buch kann ebenfalls an der obigen Nummer bestellt werden. (Hier muß ich erwähnen, daß ich mit der Stiftung in keinerlei geschäftlicher Beziehung stehe, diese Empfehlung drückt nur meine persönliche Begeisterung aus.)

Ich wünsche allen dem unserigen ähnlich angenehmes Plantschen mit den Kleinen!

Vergißt nicht unsere Fotos und Videos anzuschauen, die wir im Schwimmbad gemacht haben!
Fotos 1     Fotos 2      Fotos 3     Fotos 4           Video1(3Mb)      Video2(7,5Mb)